December 2, 2022

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Dekubitus – Schädigung des unter der Haut befindlichen Gewebes

Die vier Dekubitus-Stadien nach ICD-10 | Dekubitus-Ratgeber

Dekubitus ist auch bekannt als Wundliegen und es handelt sich um ein Druckgeschwür. Zustande kommt Dekubitus durch einen starken Dauerdruck der Haut. Das darunter befindliche Gewebe bekommt einen Schaden. Vor allem immobile Personen leiden oft hierunter.

Kurzüberblick

·     Behandlungsmöglichkeiten: Ausgewogene Druckentlastung, gute Hautpflege, zur Wundversorgung feuchte Wundauflagen und gute Reinigung, bei weitem Fortschritt: OP.

·     Anzeichen: Wassereinlagerungen, Hautrötungen, schmerzende Druckgeschwüre, Fieber, Schüttelfrost, fauliger Geruch, Nekrosen.

·     Mögliche Komplikationen: Knochenentzündungen, Blutvergiftung.

·     Diagnosestellung: Blickdiagnose, Fingerdiagnose, Erkennung der Risikofaktoren, Gewebeproben, Blutuntersuchung, Ultraschall, Röntgenuntersuchung, CT, MRT.

·     Krankheitsursachen: Untersuchung des betroffenen Gewebes durch starken Dauerdruck, einsetzende Haut-, Gewebe- und Knochenzerstörung sowie Faktoren wie Diabetes, Feuchtigkeit, sensible Haut und langes Sitzen/Liegen.

·     Vorbeugung: Gesunde Ernährung, reichliche Trinkmenge, gute Hautpflege, ausreichend Bewegung, besondere Hygiene bei Inkontinenz, spezielle Matratzen, Lagerung liegender Person in andere Position usw.

·     Verlauf: Frühe Behandlung und Vorbeugung bedeutsam, wegen langer Heilungszeit. Hohes Rückfallrisiko. Viele Geschwüre nur oberflächlich. Bei schwerem Verlauf: erhöhte Sterblichkeit.

Was bedeutet Dekubitus?

Dekubitus ist eine örtlich begrenzte Hautschädigung, eine Schädigung des unter der Haut befindlichen Gewebes und manchmal sogar des Knochens. Zeichen ist eine dauerhaft geöffnete Wunde in Knochennähe, etwa am Steißbein oder an den Fersen.

Oft sind inaktive und bettlägerige Personen von den schmerzhaften Geschwüren betroffen. Die Wunde kann sich schnell entzünden. Eine Entzündung zeit sich etwa durch einen fauligen Geruch der Wunde. Zudem sind Dekubitus-Erkrankte im Leben eingeschränkt. Der anhaltende Schmerz kann zu Depressionen führen.

Dekubitus in verschiedenen Formen

Durch Dekubitus werden Hautveränderungen verursacht. Dabei werden verschiedene Erkrankungs-Grade unterschieden.

·     Grad 1: Die betroffene Hautregion rötet sich. Auch bei nachlassendem Druck bleibt die Rötung. Eventuell ist der Bereich erwärmt und verhärtet. Die Haut erscheint noch unversehrt.

·     Grad 2: Auf der Haut bilden sich Blasen. Auch schält sich die oberste Hautschicht ab. Die entstehende offene Wunde ist anfangs noch oberflächlich.

·     Grad 3: Das Geschwür erreicht eine Tiefe bis zu den Muskeln. Unter dem gesunden Hautbereich sind einige „Taschen“ zu sehen, welche das Geschwür verursacht hat.

·     •Grad 4: Hier liegt der Knochen frei. Alles andere wie Haut, Muskeln etc. wurde zerstört.

Wie kann man Dekubitus erkennen?

Zu den ersten Anzeichen der Erkrankung gehören: allgemeine Hautveränderungen, Rötungen und Wassereinlagerungen. Später kommen offene und schmerzhafte Hautschäden (Ulzera) hinzu. Bei einer bakteriellen Infektion entstehen ein fauliger Geruch, Fieber sowie Schüttelfrost.  

Unbehandelt erfolgen ein Gewebeabsterben und ein Schädigen des tieferen Gewebes. Abszesse, Fistelns oder eine Knochenentzündung sind einzuschließen.

Entstehung von Dekubitus

Durch starken Dauerdruck werden die kleinen Blutgefäße zusammengedrückt und die Zellen bekommen nicht ausreichend Nährstoffe und Sauerstoff. Durch die Mangelversorgung sterben die Gewebezellen weg und Dekubitus tritt auf.

Auch ein Blutabfluss über die Venen ist unterbunden, was zur Ansammlung von sauren Stoffwechselprodukten führt. Ältere oder anders beeinträchtigte Menschen können nicht mit einer reflexartigen Bewegung auf den Druckschmerz reagieren. Durch die unveränderte Position übersäuert ihr Gewebe. Die Gewebeübersäuerung führt zu einer Erweiterung der arteriellen Blutgefäße. Diese Reaktion soll bezwecken, dass das Körpergewebe vermehrt durchblutet wird. Die sichtbare Folge ist die Hautrötung.  

Durch die erweiterten Gefäße werden Eiweiße und Flüssigkeiten abgegeben. Im Gewebe staut sich Wasser an (Ödeme). Blasen entstehen. Die Zerstörung des Gewebes schreitet voran. Am Ende ist ein Dekubitus entwickelt.